Sozialpraktikum in Jahrgangsstufe 10

Einer langjährigen Tradition der Theresienschule folgend, führen die Schülerinnen und Schüler an der Nahtstelle des Übergangs von der Mittelstufe in die gymnasiale Oberstufe ein Sozialpraktikum durch.

Ziel des Praktikums ist die soziale Sensibilisierung. Den jungen Menschen, die später in den verschiedensten Berufsfeldern arbeiten und dort Verantwortung für andere Menschen tragen werden, eröffnet sich hier ein Raum für aktive Mitmenschlichkeit und gelebte Solidarität.

In der Regel wird die Arbeit über einen Zeitraum von drei Wochen in sozialen Einrichtungen geleistet. Hierzu gehören z.B. Krankenhäuser und Altenpflegeheime, Caritasstationen und Behinderteneinrichtungen, Kindergärten und Obdachlosenbetreuung. Im Mittelpunkt soll die Begegnung mit den Menschen stehen.

Sowohl in einem vorbereitenden Seminar als auch im Unterricht werden die Schülerinnen und Schüler für ihre bevorstehenden Aufgaben motiviert und auf mögliche Probleme aufmerksam gemacht. Nach Abschluss des Sozialpraktikums gestalten die Schülerinnen und Schüler einen Gottesdienst und schreiben einen Praktikumsbericht, in dem sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen aufbereiten. Über die Teilnahme am Sozialpraktikum erhalten die Schüler anschließend eine Bescheinigung.

Das Praktikum hilft bei der individuellen, sozialen, beruflichen und christlichen Orientierung in einer entscheidenden Lebensphase junger Menschen. Es fördert die Begegnung mit Menschen außerhalb des gewohnten schulischen Umfeldes und die Schülerinnen und Schüler erfahren die Notwendigkeit eigenverantwortlichen und selbstgesteuerten Lernens. Durch die Möglichkeit, Fremdes zu entdecken, weitet sich der Blick der Schülerinnen und Schüler.

Das Sozialpraktikum will einen wichtigen Beitrag zur persönlichen Reifung leisten und trägt dazu bei, die Lebensumstände anderer Menschen in unserer Gesellschaft zu erfahren und zu reflektieren. Es will dazu beitragen, Unrecht und Ausgrenzung zu erkennen und eine entsprechende Positionierung in der Öffentlichkeit zu fördern. Dadurch sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, Solidarität und Empathie als die Grundlagen christlicher Verantwortung nicht nur zu erkennen, sondern auch zu erfahren.

Während des Praktikums werden Möglichkeiten geschaffen, das Fremde zu entdecken und auszuhalten sowie gewohnte Pfade zu verlassen. Das Sozialpraktikum trägt schließlich dazu bei, die Sensibilität der Schülerinnen und Schüler für Gerechtigkeit, Solidarität, Gemeinwohl und Toleranz zu schärfen und es ermöglicht Zugänge zu Gott, der als menschenfreundlicher, im Handeln des Menschen erfahrbarer Gott erkannt wird.