Unser Schüleraustausch mit Ávila

Nachdem uns im Herbst 2011 zum ersten Mal eine Schülergruppe des Colegio Asunción de Nuestra Señora aus Ávila, Heimatstadt und Wirkungsstätte unser Schulpatronin Teresa de Jesus (1515 - 1582) besuchte und im April 2012 der erste Gegenbesuch statt fand, fuhr eine Gruppe Oberstufenschüler Anfang Mai 2015 nun zum 4. Mal zum Austausch nach Ávila. Die Kleinstadt Ávila liegt etwa 100 km westlich von Madrid und ist seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO. Die seit römischer Zeit bestehende Stadt zeigt die wechselvolle Geschichte Spaniens von der Herrschaft der Westgoten und Mauren, die Reconquista und den Aufstieg zur Weltmacht, den spanischen Bürgerkrieg (1936 - 39) und die folgende Franco-Diktatur (bis 1975) bis zur heutigen europäischen Gegenwart.

Das Wahrzeichen der Stadt ist ihre vollständig erhaltene romanische Stadtmauer mit den charakteristischen Stadttürmen und Stadttoren, die den Altstadtkern umschließt. Ávila ist der Geburtsort unserer Schulpatronin, der Heiligen Teresa. Ihr Wirken ist in der Stadt bis heute präsent, so können z. B. die von ihr gegründeten und noch heute sehr lebendigen Klöster der Unbeschuhten Karmeliterinnen besichtigt werden.

Unsere Partnerschule Colegio Asunción de Nuestra Señora ist eine Oberschule, einige der Schüler aus der weiteren Umgebung leben im schuleigenen Internat. Für uns Berliner ist die Woche in Ávila eine besondere Erfahrung: Die Schülerinnen und Schüler lernen das spanische Alltagsleben in stark in der Gegend verwurzelten Familien kennen, erfahren die Präsenz des religiösen Lebens in der Stadt und können, hier kennt jeder jeden, ohne Probleme am in Spanien so wichtigen Sozialleben teilnehmen. Auch in diesem Jahr waren die Schüler begeistert und haben sich bereits für die Sommerferien verabredet.

Schülerbericht:

Ávila. Schon fast eine Art Pilgerort für Generationen von Schülern dieser Schule und inzwischen auch für die Lehrer. Auch deswegen war die Vorfreude auf eine Woche im frühsommerlichen Spanien sehr verlockend für unsere beiden Spanisch-Grundkurse.

Samstag früh ging unser Flug nach Madrid, von wo aus wir dann noch eine Stunde mit einem viel zu großen Bus für unsere kleine Reisegruppe nach Ávila gefahren sind. Bereits aus dem Bus konnte man die imposante Stadtmauer, für die das kleine Städtchen unter anderem so bekannt ist, bewundern.

Da wir vergleichsweise früh ankamen, konnten wir noch den ganzen Nachmittag Zeit mit unseren Austauschschülern und deren Eltern verbringen. Viele gingen erst einmal essen, anderen wurde gleich ausgiebig die Stadt gezeigt. Spätestens aber am Abend sahen wir uns alle noch einmal wieder, denn es ging geschlossen zu einer Art Festival, wo wir dann teilweise bis weit in die Nacht geblieben sind.

Den Sonntag hat dann jeder mit seiner Gastfamilie verbracht, manche fuhren in naheliegende Städte wie Salamanca oder Madrid, andere gingen zusammen in einen Freizeitpark. Montag haben wir zuerst eine Stunde Unterricht mitgemacht, bevor wir dann gemeinsam mit britischen und französischen Schülern, die gleichzeitig mit uns zum Austausch da waren, eine kleine Führung durch Ávila und die berühmte Kathedrale bekommen haben und schließlich vom Bürgermeister der Stadt empfangen wurden. Nachmittags gab es dann ebenfalls in der großen Gruppe von allen Gastschülern Spiele in der Schule, und den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung.

Dienstag ging es dann endlich nach Madrid, am Donnerstag nach Salamanca und am Freitag nach "La Granja", einem großen Schloss mit dazugehörigem Park, das in Anlehnung an das Schloss Versailles in malerischer Lage gebaut wurde.

Insgesamt war es eine sehr schöne Zeit, da auch das Wetter meist sehr gut war. Es war toll, seine im jahrelangen Unterricht angeeigneten Sprachkenntnisse einmal anzuwenden, auch wenn es hier und da trotzdem Verständigungsprobleme gab oder auch konsequent auf Englisch geredet wurde. Einige von uns haben noch immer Kontakt zu ihren Austauschschülern. Alles in allem war es eine sehr besondere, ereignisreiche Zeit, auch schon vorher in Berlin, als uns die Spanier im März besuchten. Die Gastfreundlichkeit war überwältigend, das Essen ziemlich gut und die Ausflüge wunderschön.

Julia Schmelzer, 3. Semester